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Kotwespe - Mellinus arvensis (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 12.04.2015


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Teilordnung: Stechimmen (Aculeata)
Familie: Grabwespen (Crabronidae)
Unterfamilie: Mellininae

Fotos (© Angelika & Reimund Ley)
Recklinghausen


xxl-Foto
01.09.2014

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01.09.2014

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01.09.2014
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen



Aufsicht auf eine Kotwespe (Foto © Angelika & Reimund Ley, 01.09.2014, xxl-Foto per Bildklick)

auffällige U-förmige, gelbe Gesichtszeichnung; goldgelbe Körperzeichnung; Fühlergeißel schwarz und unterseits braun gefärbt; erstes Abdominalsegment stielartig verlängert und schwarz und die übrigen mit gelber Binde (die des 4. Hinterleibssegmentes unterbrochen); Körper schlank und stark glänzend; Beine gelb bis auf die schwarze Schenkelbasis; Flügel gelblich getrübt; Schildchen mit großem gelben Fleck

Größe: Weibchen: 11-15 (-16) mm, Männchen: (7-) 8-11 mm

Männchen: 13 Fühlerglieder
Weibchen: 12 Fühlerglieder


Ähnliche Art:
Mellinus crabroneus: weißliche (statt gelbe) Körperzeichnungen; Fühlergeißel hellbraun gefärbt; im Norden häufiger als im Süden; in NRW selten

Lebensraum



Kotwespe (Foto © Angelika & Reimund Ley, 01.09.2014, xxl-Foto per Bildklick)

Die Kotwespe bevorzugt insbesondere sandige Biotope, sowohl in warmen, als auch in kühlen Gebieten. Dabei kommen als Lebensraum auch kleinflächige, offene, sandige bis lehmige Stellen, besonders auch an Böchungen und am Rand von Sandgruben in Frage.

Biologie und Lebensweise
Mellinus arvensis ist eine Spätsommerart, die bis in den Oktober, wie auch verschiedene andere Grabwespenarten (vor allem
Ectemnius-, Crossocerus- und auch Pemphredon-Arten sowie Cerceris rybyensis), aktiv ist.
Sie gräbt ihre Nester bevorzugt in sandigem Untergrund. Sie ist aber auch in Gebieten ohne Sandböden, auf festem Untergrund, anzutreffen.
Meist werden Nester von mehreren Individuen gesellig in größeren Kolonien angelegt. Die 30 bis zu 75 cm (-1 m) tiefen Gänge enden in bis zu 10 kurzen horizontalen Seitengängen/Zellen. Der Nestbau-Abraum wird am Nesteingang aufgetürmt und fällt im Hochsommer/Frühherbst u. a. an den Rändern von Heidepfaden ins Auge.



Gut erkennbar: die U-förmige, gelbe Gesichtszeichnung der Kotwespe
(Foto © Angelika & Reimund Ley, 01.09.2014, xxl-Foto per Bildklick)

Kotwespen jagen verschiedene Fliegenarten, die nach erfolgreicher Jagd fliegend und das letzte Stück des Weges auch zu Fuß in das Nest eingebracht werden. Schließlich zieht sie die Beute rückwärts in die Nestöffnung hinein. Pro Brutzelle werden 4-13 Fliegen als Larvenproviant "eingelagert". Die Jagd besteht aus einer Kombination aus Anschleichen und Angriffssprungflug. Die Fliegen werden durch einen Stich mittels Gift gelähmt.

Nahrung
Besonders gerne besuchen Kotwespen die Blüten der Besenheide (Calluna vulgaris) oder sie lecken die zuckerhaltigen Blattlausausscheidungen von Laubblättern auf.
Gelegentlich werden wohl auch Teile der für ihre eigene Larvenbrut gejagten Fliegen gefressen oder vom Beutetier abgegebene Körperflüssigkeiten aufgeleckt. Dafür knetet die Kotwespe das Beutetier mit ihren Mandibeln durch bis aus dessen Rüssel Flüssigkeitstropfen austreten.



Kotwespe (Foto © Angelika & Reimund Ley, 01.09.2014, xxl-Foto per Bildklick)

Den Namen Kotwespe hat sie erhalten, da sie gerne in der Nähe von Kothaufen (auch Kuhfladen) Jagd auf die dort meist reichlich vorhandenen Fliegen macht. Als Beute kommen u. a. die goldgrünen Neomyia (Orthellia, Cryptolucilia)-Arten der Familie Muscidae in Frage. Gejagt wird auch die ebenfalls räuberische Kotfliege Scathophaga stercoraria, die dann schnell vom Jäger zum Opfer wird (E-Mail-Mitteilung von Michael Drees, 12.04.2015).

Verbreitung in D
Im mittleren und nördlichen Europa weit verbreitet und meist häufig. In mediterranen Bereichen fehlt die Kotwespe, in Deutschland zählt sie jedoch zu den häufigeren Grabwespen-Arten.

Verbreitung in NRW
In NRW ist die Kotwespe nicht gerade häufig und wird hinsichtlich der Häufigkeit von vielen Crabroninen (wie z. B. der Bienenjagenden Knotenwespe (Cerceris rybyensis) oder dem Bienenwolf (Philanthus triangulum)) und Pemphredoninen übertroffen (E-Mail vom 11.12.2014 von Michael Drees). In der Westfälischen Bucht ist sie auf sandigem Untergrund häufiger anzutreffen (WOYDAK, 1996).

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (2005): Bienen, Wespen, Ameisen. Kosmos-Naturführer, Franckh-Kosmos Verlag. - Stuttgart. 336 S.

BLÖSCH, M. (2012): Grabwespen. Illustrierter Katalog der einheimischen Arten. NBB Scout Band 2. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben, 219 S.

LÖBF - LANDESANSTALT FÜR ÖKOLOGIE, BODENORDNUNG UND FORSTEN NORDRHEIN-WESTFALEN (2004): Stechimmen in Nordrhein-Westfalen Ökologie, Gefährdung, Schutz. Schriftenreihe der Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung Nordrhein-Westfalen 20: 327 S., Recklinghausen.

SAUER, F. (1992): Bienen, Wespen und Verwandte nach Farbfotos erkannt. Sauers Naturführer. - Nottuln, Fauna-Verlag. 115 S.

WITT, R. (2009): Wespen. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Vademecum Verlag. 400 S.

WOYDAK, H. (1996): Hymenoptera Aculeata Westfalica. Familia: Sphecidae (Grabwespen). Abhandlungen aus dem Museum für Naturkunde, 58. Jahrgang, Heft 3. 135 S


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Weitere Informationen zu Grabwespen (Spheciformes) im Internet
www.hymis.eu: u. a. Fotogalerie im Internet für Hymenopterenfotos weltweit

www.hymenoptera.de: Biologie, Arten, Artenschutz, Zahlen und Fakten...

www.wildbienen.info: Infos zu Wildbienen, Naturschutzbiologie, Lebensweise, Faunistik, Artenlisten, Publikationen als Download usw.

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