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Komma-Dickkopffalter - Hesperia comma (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 24.09.2014


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Dickkopffalter (Hesperiidae)

Synonyme:


Erynnis comma, Pamphila comma,
Augiades comma

Fotos (© Christine Reichardt)
NSG Stockberg bei Ottbergen


(xxl-Foto)
07.08.2014

(xxl-Foto)
07.08.2014

(xxl-Foto)
07.08.2014
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen



Flügelober- und -unterseite des Komma-Dickkopffalters
(Fotos © Christine Reichardt, 11.08.2014 im NSG Stockberg bei Ottbergen, xxl-Foto per Fotoklick)

markante scharf abgegrenzte silbrig-weiße Flecken auf den Flügelunterseiten (!); Flügelunterseiten variabel, hell olivbraun und mit mehr oder weniger Orangeanteilen

Männchen: breiter, kommaförmiger (> deutscher Name) und mit einer silbrigen Längslinie durchzogener Duftschuppenstrich auf der Vorderflügeloberseite; Flügeloberseiten orangebraun gefärbt mit breiten dunkelbraunen Säumen; nahe der Flügelränder helle, gelbliche Flecken; Doppelflecke auf den Vorderflügeln deutlich voneinander abgesetzt

Weibchen: etwas größer als das Männchen; ohne den kommaförmigen Strich auf der Vorderflügeloberseite

Spannweite: 25-30 mm

Ei: halbkugelig; weißlich; ohne Längsrippen; einzeln an Gräsern abgelegt

Raupe: schwarz mit rundem, glänzendem Kopf

Puppe: glänzende, schwarze Puppe in einem lockeren Kokon in der Moosschicht; die Rüsselscheide ragt am Ende der Flügelscheiden aus der Puppe heraus


Ähnliche Art:

Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus): mit undeutlicherer hell-gelbbrauner Fleckung (nicht weiß und scharf abgegrenzt!) auf den Flügelunterseiten



Die Verwechslungsart Rostfarbiger Dickkopffalter (Foto © Nicolaj Klapkarek)


Lebensraum
Der Komma-Dickkopffalter ist in offenen, blütenreichen Lebensräumen mit kurzen Gräsern (insbesondere Festuca ovina), wie z. B. Kalkmagerrasen, Silbergrasfluren, Borstgrasrasen, trockenwarme Zwergstrauchheiden, buschdurchsetzte Wacholderheiden, Trockenrasen oder -weiden zu finden. Er steigt in den Bergen bis zu 2500 m auf.



Komma-Dickkopffalter (Fotos © Christine Reichardt, 11.08.2014 im NSG Stockberg bei Ottbergen, xxl-Foto per Fotoklick)

Biologie und Lebensweise
Die Flugzeit des Komma-Dickkopffalters reicht in einer Generation von Mitte Juli bis Mitte September mit einer Hauptflugzeit im August.
Er ist ein schneller Flieger und die Männchen sitzen gerne an Ansitzen, von denen sie anderen Faltern nachjagen. Komma-Dickkopffalter übernachten gerne auf Blüten. Ihre Eier legen sie einzeln an den Raupen-Nahrungspflanzen ab. Die Überwinterung findet als Ei statt. Von Mitte März/April bis Mitte Juni leben die Raupe an diversen Grasarten. Sie verstecken sich einzeln inmitten zusammengesponnener Blätter in Grashorsten und sind sehr schwer aufzufinden.



Komma-Dickkopffalter im Abendrot
(Fotos © Christine Reichardt, 11.08.2014 im NSG Stockberg bei Ottbergen, xxl-Foto per Fotoklick)

Nahrung
Als Nahrungspflanzen der Raupen dienen verschiedene Magergräser, u. a. Echter Schaf-Schwingel (Festuca ovina), Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) und Borstgras (Nardus stricta).

Die Falter besuchen violette Blüten, wie z. B. Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Disteln (Carduus), Quendel (Thymus), Wirbeldost (Clinopodium) oder Wasserdost (Eupatorium).



Komma-Dickkopffalter (Fotos © Christine Reichardt, 11.08.2014 im NSG Stockberg bei Ottbergen, xxl-Foto per Fotoklick)

Verbreitung in D/Welt
Der Komma-Dickkopffalter ist in NW-Afrika, Europa, der Türkei, den gemäßigten Klimabereichen Asiens und in NW-Amerika beheimatet. Er fehlt jedoch auf den Mittelmeerinseln, in weiten Teilen Italiens und in den südlichen Tieflagen der Iberischen Halbinsel.



Komma-Dickkopffalter (Fotos © Christine Reichardt, 11.08.2014 im NSG Stockberg bei Ottbergen, xxl-Foto per Fotoklick)

In der Roten Liste der Tagfalter Deutschlands (2011) wird er mit dem RL-Status 3 = gefährdet geführt. Er gilt als häufig bei langfristig sehr starkem Rückgang und kurzfristig immerhin noch starkem Rückgang der Bestände.

Verbreitung in NRW
Der Komma-Dickkopffalter ist zwar in allen Großlandschaftsräumen NRWs - mit Ausnahme des Bergischen Landes (RL 0 = ausgestorben oder verschollen) - anzutreffen, wird aber in der Roten Liste der Tagfalter NRWs (2011) in der Kategorie RL 2 = stark gefährdet geführt. In den meisten Großräumen ist er sogar bereits vom Aussterben bedroht (RL 1).
In der Literatur wird vermutet, dass er sogar deutlich seltener als angenommen ist, da es schnell zu Verwechslungen mit dem Rostfarbigen Dickkopffalter kommen kann (s. o.).

Benutzte Literatur
BÜHLER-CORTESI, T. (2009): Schmetterlinge. Tagfalter der Schweiz. Haupt-Verlag. 238 S.

EBERT, G. & E. RENNWALD (Hrsg.) (1993): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Band 2: Tagfalter II. Eugen Ulmer GmbH & Co. 535 S.

KOCH, M. (1984): Wir bestimmen Schmetterlinge - Tagfalter Deutschlands. Ausgabe in einem Band; Neumann Verlag Radebeul. 792 S.

NOVAK, I. & SEVERA, F. (1992): Der Kosmos-Schmetterlingsführer. 5., überarb. und verb. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos. 357 S.

PÄHLER, R. & H. DUDLER (2010): Die Schmetterlingsfauna von Ostwestfalen-Lippe und angrenzender Gebiete in Nordhessen und Südniedersachsen. Band 1. - Eigenverlag. 608 S. Verl

REINHARDT, R. & R. BOLZ, unter Mitarbeit von S. Caspari, J. Gelbrecht, S. Hafner, J. Händel, A. Haslberger, G. Hermann, A. Hofmann, K.-H. Jelinek, D. Kolligs, A. C. Lange, J.-U. Meineke, A. Nunner, A. Schmidt, R. Thust, R. Ulrich, V. Wachlin und weiteren Spezialisten 2012 ("2011"): Rote Liste und Gesamtartenliste der Tagfalter (Rhopalocera) (Lepidoptera: Papilionoidea et Hesperioidea) Deutschlands. S. 165194. In: M. Binot-Hafke, S. Balzer, N. Becker, H. Gruttke, H. Haupt, N. Hofbauer, G. Ludwig, G. Matzke-Hajek & M. Strauch, Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 3: Wirbellose Tiere (Teil 1). Naturschutz und Biologische Vielfalt 70 (3), herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz, Bonn - Bad Godesberg.

SCHUMACHER et al. (2010): Rote Liste und Artenverzeichnis der Schmetterlinge - Lepidoptera - in Nordrhein-Westfalen. 4. Fassung, Stand Juli 2010 pdf

TOLMAN, T. & R. LEWINGTON (2012): Schmetterlinge Europas und Nordwestafrikas. Alle Tagfalter - Über 2000 Arten. 2. Aufl. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. 383 S.

WEIDEMANN, H.-J. (1986): Tagfalter: Biologie - Ökologie - Biotopschutz. - Melsungen: Neumann-Neudamm (JNN-Naturführer), Bd. 2. 372 S.

WILLNER, W. (2012): Die Schmetterlinge Deutschlands in ihren Lebensräumen. Finden und Bestimmen. Quelle & Meyer Verlag Wiebelsheim. 288 S.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): ca. 11000 Fotos, mehr als 1000 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 09/2014)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen: TagfalterMonitoring in NRW, Kartieranleitung, Kommentierte Artenliste NRW, Infos...

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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