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Goldene Acht, Gemeiner Heufalter, Weißklee-Gelbling -
Colias hyale (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Weißlinge (Pieridae)

Fotos (© Christine Reichardt)
NSG Grundlose-Taubenborn

det. Markus Schwibinger, conf. Hans-Joachim Weigt


(xxl-Foto)
01.06.2009

(xxl-Foto)
26.09.2009

(xxl-Foto)
26.09.2009
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
26.09.2009

(xxl-Foto)
26.09.2009
 
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Männchen: mit gelblicher Grundfarbe
Weibchen: eher weißliche Grundfarbe

Vorderflügel eher spitz und mit schwarzem Fleck; weiße 8 auf der Hinterflügelunterseite; schmale unvollständige Randbinde auf der Hinterflügeloberseite; in der Mitte der Hinterflügel ein blasser orangefarbener Fleck; Flügelunterseiten mit bindenartig angeordneten Flecken in der Nähe des Flügelrandes; zentraler schwarzer Fleck auf dem Vorderflügel

Flügelspannweite: 40-45 mm

Ei: spindelförmiges weiß-gelbliches (später rötlich mit gelblichen Polen) Ei; 28 Längsrippen; über 60 zarte Querrippen; Mikropylrosette von 5-6 Blattkränzen umgeben; Höhe = 1,4 mm; Durchmesser in der Mitte 0,4 mm; Eiboden-Durchmesser = 1,15 mm; Spitze = 0,1 mm

Puppe: blaßgrün, in eher waagerechter Position angesponnene Gürtelpuppe; Kopfende mit einer kurzen Spitze

Man kann in NRW auf 3 einander sehr ähnliche Weißlingsarten treffen.

Im Folgenden stelle ich die beiden sehr ähnlichen Colias-Arten Goldene Acht und Hufeisenklee-Gelbling gegenüber:



Links: Goldene Acht (Colias hyale), Rechts: Hufeisenklee-Gelbling (Colias alfacariensis) (© Hans-Joachim Weigt) (xxl-Foto)

  Merkmale Goldene Acht
Colias hyale
Hufeisenklee-Gelbling
Colias alfacariensis
Männchen Wurzelbestäubung der Vorderflügelzellen + -
Färbung manchmal sehr hell + -
Färbung kräftig gelb + +
Weibchen weder durch äußere Merkmale noch durch Genitalpräparation sicher unterscheidbar
Männchen
& Weibchen
Eiablage an Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) oder Kronwicke (Coronilla sp.) ABER auch an anderen Pflanzenarten NUR an Hippocrepis comosa oder Coronilla sp.
Flügelspitzen eher spitz etwas runder
Biotop Kleewiesen, Luzernefelder, Kulturland aber auch Halbtrockenrasen Halbtrockenrasen
Raupe
(© Hans-Joachim Weigt)

grüne Raupe mit 3 hell gelblichen dünnen Linien (2 Seiten-, 1 Rückenlinie); mit fehlenden schwarzen Punkten

(© Hans-Joachim Weigt)

grüne Raupe mit 4 dicken dunkelgelben Streifen (2 Seiten-, 1 Rückenlängsstreifen) mit 12 großen dickeren schwarzen Punktquerstreifen, die durch die gelben Streifen unterbrochen sind


Für eine zweifelsfreie Trennung der Goldenen Acht vom Hufeisenklee-Gelbling müssen Weibchen zur Eiablage gebracht werden und die daraus schlüpfenden leicht zu unterscheidenden Raupen zu Rate gezogen.
Hier können Sie sich eine Bestimmungshilfe von Hans-Joachim Weigt mit weiteren Erläuterungen und Abbildungen als pdf-Dokument herunterladen (640 kb) oder die Bestimmungshilfe mit vielen Vergleichsfotos im Lepiforum ansehen.

Man kann in NRW auch auf den Wanderfalter Postillion (Colias croceus) treffen, der oberseits jedoch deutlich orangefarbener gefärbt ist.

Lebensraum
Bevorzugt blütenreiches Grasland, Trockenrasen, Stoppelfeldern, Brachen, Wiesen und Weiden, Böschungen und fliegt als typischer Offenlandbesiedler meist über niedriger Vegetation. Die Art meidet Wald- und Parklandschaften.

Biologie und Lebensweise
Die Goldene Acht überwintert als junge Raupe. Sinkt die Wintertemperatur jedoch auf unter -10° C ab sterben die Raupen ab. Die Falter sind gute Flieger und werden auch in Gegenden gesichtet in denen sie normalerweise nicht heranwachsen. Sie fliegen wohl insgesamt Strecken in Größenordnungen von etwa 300 km Länge. Sie sonnen sich mit zusammengeklappten Flügeln ("seitliche Absorptionssonner"), so dass man nur sehr selten die Flügeloberseite sehen kann. Pro Jahr werden meist 2 Generationen ausgebildet. In heißen Jahren gelingt dank der schnelleren Entwicklungsphasen auch eine 3. Generation. Die Eier werden nachmittags einzeln auf der Blattoberseite abgelegt. Die Ei-Entwicklung dauert etwa eine Woche. Die Raupen benötigen im Sommer etwa 3 Wochen und das Puppenstadium nimmt etwa eine Woche in Anspruch.
Die Falter der ersten Generation fliegen von April bis Juni, die der zweiten von Juli bis September. Eine mögliche dritte Generation fliegt dann von September bis Oktober. Die Generationen gehen nahtlos ineinander über, wobei der Falter im Frühjahr aufgrund der hohen Wintersterblichkeit der Raupe sehr viel seltener ist als im Spätsommer.

Nahrung
Die Raupe frißt u. a. an Saat-Luzerne (Medicago sativa), Weiß-Klee (Trifolium repens), Hornklee (Lotus corniculatus), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Kronwicke (Coronilla sp.).

Der Falter saugt am Roten Wiesenklee, Luzerne, Wiesen-Flockenblume, Acker-Witwenblume, Tauben-Skabiose, Dost, Natterkopf und anderen Blumen des Offenlandes.

Verbreitung in D/Welt
Verbreitet in Mittel- und Osteuropa vorkommend. Auf den Britischen Inseln, im Mittelmeerraum und Süd-Skandinavien fehlt die Goldene Acht. In Nordwestdeutschland ist sie nur sporadisch als Zuwanderer anzutreffen.

Verbreitung in NRW
Nach der Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge NRW's (1999) gilt die Goldene Acht hierzulande als gefährdet. Die Populationen gehen in NRW zurück und der Falter ist vielerorts nicht mehr allzu häufig. So wird er in einigen Großräumen, wie dem Süderbergland, Bergischen Land, Sauer- und Siegerland sogar als stark gefährdet eingestuft.

Benutzte Literatur
BÜHLER-CORTESI, T. (2009): Schmetterlinge. Tagfalter der Schweiz. Haupt-Verlag. 238 S.

DÖRING, E. (1955): Zur Morphologie der Schmetterlingseier. Akademie-Verlag, Berlin.

EBERT, G. (HRSG.) (1993): Die Schmetterlinge Baden-Württembergs. Bd. 1. Tagfalter I. Eugen Ulmer, Stuttgart. 552 S.

KOCH, M. (1966): Wir bestimmen Schmetterlinge - Tagfalter Deutschlands. Band 1, 4. Aufl. Neumann Verlag Radebeul.

NOVAK, I. & SEVERA, F. (1992): Der Kosmos-Schmetterlingsführer. 5., überarb. und verb. Aufl. Stuttgart: Franckh-Kosmos. 357 S.

RUCKSTUHL, T. (2002): Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen - Kennenlernen - Schützen. Gondrom Verlag. Bindlach. 240 S.

SAUER, F. (1992): Tagfalter Europas nach Farbfotos erkannt. Sauers Naturführer. Fauna-Verlag, 145 S.

SCHWEIZERISCHER BUND FÜR NATURSCHUTZ (HRSG.)(1987): Tagfalter und ihre Lebensräume. - Arten - Gefährdung - Schutz. 516 S.

WEIDEMANN, H-J. (1988): Tagfalter: Entwicklung - Lebensweise. Bd. 2 Biologie - Ökologie - Biotopschutz. Verlag Neumann-Neudamm GmbH - Melsungen.


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Weitere Informationen zu Schmetterlingen (Lepidoptera) im Internet

Portal für Schmetterlinge und Raupen (Walter Schön): über 5000 Fotos, mehr als 500 Artenportraits, Bestimmungshilfen, Infos, Kontakte, Links (Stand 08/2007)

Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.: Infos, Kontakte, Links

Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen: TagfalterMonitoring in NRW, Kartieranleitung, Kommentierte Artenliste NRW, Infos...

Moths and Butterflies of Europe and North Africa: Diese italienische Seite in englischer Sprache zeigt jede Menge Fotos zu den Tag- und Nachtfaltern Europas.


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