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Wespen-Moderholzschwebfliege - Temnostoma vespiforme (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Axel Steiner
Letzte Änderung: 02.07.2014


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Diptera (Zweiflügler)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)

Fotos (© Natascha Feiler)
Bochum-Wattenscheid


(xxl-Foto)
23.06.2006

(xxl-Foto)
15.10.2006
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
15.10.2006

(xxl-Foto)
15.10.2006
 
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen




Wespen-Moderholzschwebfliege (Foto © Axel Steiner, 07.06.2008, Bislicher Insel bei Wesel, xxl-Foto per Fotoklick)

Wie der Name vespiforme schon erkennen läßt haben wir es bei Temnostoma vespiforme mit einer in Größe und Färbung sehr wespenähnlichen Schwebfliege zu tun. Die fehlenden Wespenfühler werden oft durch die nach vorne gestreckten schwarzen Beine imitiert.

Bestimmungsmerkmale: Fühler gelb; Stirn gelb bestäubt mit schwarzer Mittellinie; Augen unbehaart; gelbes Gesicht mit schwarzen Backen; Mesonotum schwarz mit gelben Flecken (auf der hinteren Hälfte 3 Flecken: 1 in der Mitte vor dem Schildchen und 2 seitlich, in der Mitte rechts und links 2 gelbe Linien, die zur Mitte zielen aber im Gegensatz zu T. apiforme nicht unterbrochen sind); Schildchen schwarz; Flügel bräunlich getönt; Hinterleib schwarz mit abwechselnd breiten und schmalen gelben Binden; Vorderbeine schwarz mit gelben Knien; Hinterschenkel unterseits vor der Spitze ohne Zahn.
Weibchen: schwarze Stirn und gelb bestäubte Seiten.

Körperlänge: 12-19 mm

Ähnliche Arten: Verwechslungen können eigentlich nur mit der Hummel-Moderholzschwebfliege (Temnostoma apiforme) stattfinden. Bei dieser fehlen jedoch die schief gestellten Flecken auf dem hinteren Teil des Mesonotums und der Hinterleib ist zu größeren Bestandteilen schwarz gefärbt.

Lebensraum
In der Ebene und im Gebirge in feuchten, alten Laub- und Mischwäldern.

Biologie und Lebensweise
Die Larven leben in morschen Ahorn, Schwarzerle, Birke, Linde und Eichenstämmen in sehr feuchter Umgebung. Da im Frühjahr Larven gefunden wurden, die sich schnell verpuppten und dann im Mai schlüpften kann man davon ausgehen, das die Larven überwintern.
DREES (1997) weist der Wespen-Moderholzschwebfliege eine größere Sonnenaffinität zu als T. bombylans, die eher im Schatten anzutreffen ist.

 
 

Wespen-Moderholzschwebfliege (Fotos © Axel Steiner, 07.06.2008, Bislicher Insel bei Wesel, xxl-Fotos per Fotoklick)

Beide Temnostema-Arten sind auch noch bei recht kühler Witterung aktiv.
Die Flugzeit reicht von Mai bis Juli mit einem Höhepunkt im Mai/Juni.

Nahrung
Den Larven dient das feine Bohrmehl, das sie mit Hilfe ihrer Bohrwülste am Vorderende vom weichen Holz abraspeln.
BASTIAN (1986) schreibt zu den Temnostoma-Larven: "Der Körperbau von Temnostoma (Milesiinae) ist als Anpassung an die Lebensweise in feuchtem Holz modernder Birkenstämme zu werten. Die walzenförmigen Larven tragen an ihrem Vorderende 2 Chitinplatten, die dicht mit kegelförmigen Zähnchen besetzt sind. Durch Kontraktionen werden diese Reibplatten in Bewegung gesetzt und zerraspeln das brüchige, als Nahrung dienende Holz. Bei der Vorwärtsbewegung drehen sich diese Larven um ihre Längsachse und erzeugen kreisrunde Bohrgänge."

 

Wespen-Moderholzschwebfliege (Fotos © Axel Steiner, 07.06.2008, Bislicher Insel bei Wesel, xxl-Fotos per Fotoklick)

Blütenbesuch der Adulten konnte bereits auf Himbeere, Holunder (siehe meine Fotos), Kriechendem Hahnenfuß, Bärenklau, Liguster, Eberesche, Ginster und Wiesenkerbel beobachtet werden.

Verbreitung in D/Welt
Die Wespen-Moderholzschwebfliege kommt in Europa, Sibirien, Japan und Nordamerika vor. KORMANN (1988) gibt an, das die Art in Süddeutschland recht häufig ist, hingegen in Norddeutschland nur spärlich auftritt. BOTHE (1996) beschreibt die Art als selten.
Oft kommt sie gemeinsam mit der Hummel-Moderholzschwebfliege (Temnostoma bombylans) vor.

Verbreitung in NRW
Nach FREUNDT, SSYMANK & STANDFUSS (2005) in allen Großlandschaften NRW's vertreten. In der Roten Liste der Schwebfliegen Deutschlands von SSYMANK & DOCZKAL (1998) wird die Art mit dem Status "Art der Vorwarnliste" geführt.
DREES (1997) beschreibt die Art als deutlich seltener als Temnostoma bomylans und schätzt das Verhältnis zu dieser Art auf 1:4.

Benutzte Literatur
BARKEMEYER. W. (1994): Untersuchung zum Vorkommen der Schwebfliegen in Niedersachsen und Bremen (Diptera:Syrphidae). Naturschutz Landschaftspfl. Niedersachs. Heft 31, 1-514, Hannover.

BASTIAN, O. (1986): Schwebfliegen (Syrphidae); Die Neue Brehm-Bücherei Band 576, Wittenberg - 168 S.

BOTHE, GERALD (1996): Schwebfliegen; Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtungen (DJN), Hamburg - 123 S.

DREES, M. (1997): Zur Schwebfliegenfauna des Raumes Hagen (Diptera: Syrphidae), Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde - 59. Jahrgang, Heft 2, Münster -64 S.

FREUNDT, R.; SSYMANK, A. & K. STANDFUSS (2005): Schwebfliegen in Nordrhein-Westfalen (Diptera: Syrphidae). Checkliste der seit 1980 nachgewiesenen Arten. - Mitt. der AG westf. Entomologen Band 21 (Beiheft 11): 1-18.

KORMANN, K. (1988): Schwebfliegen Mitteleuropas: Vorkommen - Bestimmung - Beschreibung, ecomed-Verlag, Landsberg a.L. - 176 S.

KORMANN, K. (2002): Schweb- u. Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna-Verlag, Nottuln - 270 S.

VAN VEEN, M.P. (2004): Hoverflies pf Northwest Europe - Identification keys to the Syrphidae. KNNV Publishing - 254 S.


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Weitere Informationen zu Schwebfliegen (Syrphidae) im Internet

Privatseite über Schwebfliegen von Wolfgang Rutkies: Infos, sehr viele Fotos, Links, Artenlisten

Englische Seite über Fliegen, u. a. auch Schwebfliegen: www.diptera.info: Jede Menge Bilder (293: Stand 2.09.2007), Forum...


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