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Große Waldschwebfliege, Hornissenschwebfliege, Riesen-Hummelschwebfliege - Volucella zonaria (PODA, 1761)
Artenprofil von Axel Steiner (letzte Änderung: 20.11.2011)


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Diptera (Zweiflügler)
Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)

Fotos: © Axel Steiner (1-2), Kirstin Meyer (3-4),
Wolfgang Rutkies (5-6)

Hattingen (Henrichshütte, 1-2), Mülheim (Kocks Loch, 3-4), Geilenkirchen (5-6)


(xxl-Foto)
13.07.2008
Weibchen

(xxl-Foto)
13.07.2008
Weibchen

(xxl-Foto)
09.2006
Weibchen
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
09.2006
Weibchen

(xxl-Foto)
02.08.2007
Männchen

(xxl-Foto)
02.08.2007
Männchen
Besondere Merkmale

Insekten-ABC, Erklärungen von Fachbegriffen

Die Große Waldschwebfliege ist die größte mitteleuropäische Schwebfliege und ähnelt sehr einer Hornisse (Vespa crabro). Fühler und Stirn gelb; Gesicht wachsgelb mit braunen Backen; Augen kurz und dicht behaart; Mesonotum (Brust) rostbraun und stark glänzend; Schildchen braungelb/rostrot mit langen schwarzen Borsten; rotgelber Hinterleib mit 2 breiten schwarzen Binden; 1. Segment schwarz; Beine rotbraun; Schenkel basal schwarz; schwarze 2. Bauchplatte (= Sternit); Hinterleibsegment 4 ganz gelb; Fühlerborste auffallend lang und dicht gefiedert; 1. und 2. Fühlerglied zusammen kürzer als das 3. Fühlerglied; Flügel in den basalen 2/3 überwiegend orange-gelb gefärbt mit schwarzer fleckiger Färbung kurz vor der Flügelspitze; Flügellänge 15,5-19,5 mm



Gefiederte Fühlerborste der Großen Waldschwebfliege (Volucella zonaria, Foto: Axel Steiner) (xxl-Foto)


Körperlänge: (16-)18-20(-22) mm

Larve: Zigarrenförmiger Körper mit fleischigen, behaarten Auswüchsen am hintersten Körpersegment, die deutlich länger sind als das Atemrohr.

Ähnliche Arten:
Gebänderte Waldschwebfliege (Volucella inanis): Mit 14-16 mm Körpergröße etwas kleiner als V. zonaria; Hinterleib mit meist 3 schmalen schwarzen Binden (das schmale 1. Segment, eine feine Mittellängslinie am 2. (+3.) Segment und die schmalen Hinterränder des 3. und 4. Tergits sind schwarz); Mesonotum (Brust) nicht so stark glänzend wie bei V. zonaria und mattschwarz statt rostbraun gefärbt; Bauchseite von Hinterleibsegment 2 gelb

Lebensraum
Wohl meist im Waldbereich an Waldrändern zu finden. Das von mir fotografierte Exemplar fand ich auf der Industriebrache Henrichshütte in Hattingen. Da sich jedoch viele der gesichteten Exemplare auf der Wanderung befinden können sie praktisch überall angetroffen werden.

Biologie und Lebensweise
Die Weibchen legen etwa 40 Eier in den Nestern von Hornissen- und Wespennestern ab. Wenn sich die Larven verpuppen werden sie sehr träge und nach 24-30 (Weibchen), bzw. 39-52 Tagen (Männchen) schlüpft die Schwebfliege.
Flugzeit: Mitte Mai-Mitte September (Oktober), Höhepunkt: Ende Juli bis Mitte August (September)

Nahrung
Die Große Waldschwebfliege besucht die Blüten vom Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii), Brombeere (Foto 2, s. o.!), Origanum, Thymian, Liguster, Hartriegel, Baldrian, Hahnenfuß etc. und zeigt dabei eine Vorliebe für blühende Sträucher.
Die Larven entwickeln sich in Nestern von Hornissen (Vespa crabro) und Wespen (Vespula germanica und vulgaris). Ob sie dabei jedoch die Larven/Puppen des Wirts fressen ist unklar. BASTIAN (1986) beschreibt die Ernährung der Larven als aasfressend (= nekrophag). Evtl. ist auch beides der Fall (VAN VEEN (2004).



Volucella zonaria bei der Nahrungsaufnahme (Foto © Gerald Andres - xxl-Foto)

Verbreitung in D/Welt
Vor allem in Süd- und Mitteleuropa, Mittelasien, Japan, Westsibirien, dem Fernen Osten und Nordafrika verbreitet. Die mediterrane wärmeliebende Art fliegt im Hoch- und Spätsommer gelegentlich auch nach Mittel- und Nordeuropa ein. Volucella zonaria gilt als seltene Art und unterliegt starken Bestandsschwankungen.

Verbreitung in NRW
Nach FREUNDT, SSYMANK & STANDFUSS (2005) ist Volucella zonaria in allen Naturgroßräumen NRW's zu Hause, gehört aber auch hierzulande zu den seltenen Schwebfliegenarten.

Benutzte Literatur
BARKEMEYER. W. (1994): Untersuchung zum Vorkommen der Schwebfliegen in Niedersachsen und Bremen (Diptera:Syrphidae). Naturschutz Landschaftspfl. Niedersachs. Heft 31, 1-514, Hannover.

BASTIAN, DR. OLAF (1986): Schwebfliegen (Syrphidae); Die Neue Brehm-Bücherei Band 576, Wittenberg - 168 S.

FREUNDT, R.; SSYMANK, A. & K. STANDFUSS (2005): Schwebfliegen in Nordrhein-Westfalen (Diptera: Syrphidae). Checkliste der seit 1980 nachgewiesenen Arten. - Mitt. der AG westf. Entomologen Band 21 (Beiheft 11): 1-18.

HAUPT, JOACHIM & HIROKO (1998): Fliegen und Mücken: Beobachtung, Lebeweise, Naturbuch-Verlag, Augsburg - 351 S.

KORMANN, KURT (1988): Schwebfliegen Mitteleuropas: Vorkommen - Bestimmung - Beschreibung, ecomed-Verlag, Landsberg a.L. - 176 S.

KORMANN, KURT (2002): Schweb- u. Blasenkopffliegen Mitteleuropas, Fauna-Verlag, Nottuln - 270 S.

RÖDER, G. (1990): Biologie der Schwebfliegen Deutschlands (Diptera: Syrphidae). Erna Bauer Verlag. 575 S.

SSYMANK, A., DOCZKAL, D. (1998): Rote Liste der Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) (Bearbeitungsstand: 1998), pp 65-72. In: Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands (Bundesamt für Naturschutz, ed.) – Schriftenreihe für Landschaftspflege und Naturschutz 55. – Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg.

STUBBS, A. E. (2002): British Hoverflies. An Illustrated Identification Guide. Text and illustrated keys by Alan E. Stubbs. Colour plates depicting 190 species by Steven J. Falk. British Entomological and Natural History Society London. 469 S.

VAN VEEN, M. P. (2004): Hoverflies pf Northwest Europe - Identification keys to the Syrphidae. KNNV Publishing - 254 S.


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Weitere Informationen zu Schwebfliegen (Syrphidae) im Internet

Privatseite über Schwebfliegen von Wolfgang Rutkies: Infos, sehr viele Fotos, Links, Artenlisten

Englische Seite über Fliegen, u. a. auch Schwebfliegen: www.diptera.info: Jede Menge Bilder (293: Stand 2.09.2007), Forum...


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