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Wiesenlauerspinne - Dictyna arundinacea (LINNAEUS, 1758)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek
Letzte Änderung: 03.05.2015


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Dictynidae (Kräuselspinnen)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Bonn (Lyngsberg)


(xxl-Foto)
Weibchen
20.05.2007
   
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Vorderkörper: Dunkelbraun bis schwarzbraun; im Kopfbereich 5 dünne Längsbänder aus kurzen weißen Härchen; Sternum dunkelbraun bis schwarzbraun, mit weißen Härchen überzogen

Hinterleib: Braun gefärbt und mit weißlich-gelblichen und braunen Härchen überzogen, die eine typische Zeichnung ergeben; diese besteht aus einem größeren etwa in der Mitte eingeschnürten braunen Längsfleck in der Herzgegend und einer daran nach hinten anschließenden Reihe von kleiner werdenden Querbalken oder Winkelflecken, wobei der 1. Querbalken nach vorne gezogene Ecken aufweisen kann; durch Abrieb der Härchen (vor allem bei älteren Expemplaren) kann die Zeichnung undeutlich werden und ist bisweilen nicht mehr vorhanden; auf der Unterseite ist ein breites braunes Längsband vorhanden, das von vorne bis zu den Spinnwarzen reicht

Beine: Braun gefärbt mit undeutlicher Ringelung; Unterseite von Coxa und Femur I-IV mit weißen Härchen überzogen; die Spitzen der Tarsen sind dunkel gefärbt


Körperlänge: Männchen: 2,5 mm; Weibchen: 2,5-3 mm


Ähnliche Arten:
D. arundinacea sehr ähnlich sind D. pusilla und D. uncinata. Während D. pusilla deutlich kleiner als D. arundinacea ist, weist D. uncinata im Kopfbereich nur 3 weiße Längsbänder auf. Sicher können die Arten jedoch nur genitalmorphologisch voneinander unterschieden werden.



Die sehr ähnliche Verwechslungsart: Dictyna uncinata (Foto © Nicolaj Klapkarek, xxl-Foto per Bildklick)

Lebensraum
Dictyna arundinacea bevorzugt feuchte Lebensräume des Offenlandes wie Hochmoore, Niedermoore, Sümpfe und Feuchtwiesen. Zudem ist sie auch auf Magerrasen, Frischwiesen, Heiden, Sanddünen und Ruderalstandorten sowie vereinzelt auch in Wäldern und Gebüschen zu finden.

Biologie und Lebensweise
Die Wiesenlauerspinne baut seine Netze bevorzugt auf Stauden (v. a. Doldenblütlern und Korbblütlern) und anderen niedrigen Pflanzen (z. B. Heidekraut oder Johanniskraut). Dabei werden ausladende Blütenköpfe von trockenen Pflanzen oder andere Pflanzenteile, die genügend starr sind und eine ausreichende Raumstruktur bieten, mit einem unstrukturierten wirren Gespinst überzogen.

Die Fangfäden im Netz werden nicht wie bei anderen Spinnen mit Klebetröpfchen versehen, sondern es werden sogenannte Kräuselfäden oder Fangwolle auf den Fangfaden aufgekämmt. Die Herstellung der Kräuselfäden wird vom Cribellum (deshalb zählt die Familie der Dictynidae zu den Cribellatae) übernommen, einer plattenförmigen Struktur, die dicht mit kleinen Spinnspulen besetzt ist und vor den Spinnwarzen auf der Unterseite des Hinterleibs sitzt. Mit dem Calamistrum, einer kammartigen Struktur des Metatarsus des 4. Beinpaares, werden die Kräuselfäden dann auf die Fangfäden aufgekämmt. Da die Kräuselfäden sehr fein sind, besitzen sie eine sehr große Oberfläche. Die Beute bleibt dort allein durch Adhäsionskäfte hängen.
Beute die sich im Netz verfangen hat, wird mit einem Biss in ein Bein getötet. Dabei werden auch Beutetiere erlegt, die wesentlich größer sind als die Spinne selbst.

Ab Frühsommer kann das Männchen häufig im Netz des Weibchens angetroffen werden. Dort verbleibt es bis zur Paarung und stirbt kurz darauf.
Adulte Tiere können vom Frühjahr bis in den Spätsommer angetroffen werden, wobei das Maximum im Mai und Juni liegt. Weibchen können darüber hinaus bis in den Herbst aktiv sein.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Die Wiesenlauerspinne ist eine Art mit einem holarktisch Verbreitungsgebiet. Sie ist in ganz Europa, Asien und Nord-Amerika verbreitet. Lediglich in Indien und Südost-Asien scheint sie zu fehlen.
In Deutschland ist Dictyna arundinacea weit verbreitet und relativ häufig.
Die bisherigen Fundpunkte von Dictyna arundinacea in Deutschland finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Dictyna arundinacea ist über ganz NRW verbreitet und relativ häufig.

Benutzte Literatur
JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.


Genutzte Quellen im Internet:

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Spinnen-Wiki: Dictyna arundinacea

British Arachnological Society: Spider and Harvestman Recording Scheme website the national recording schemes for spiders and harvestmen in Britain - Dictyna arundinacea

araneae.unibe.ch (araneae Version 04.2015): Dictyna arundinacea

wiki.britishspiders.org.uk: The Checklist of British Spiders


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...


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