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Drassodes lapidosus (WALCKENAER, 1802)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek
Letzte Änderung: 09.04.2013


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Plattbauchspinnen (Gnaphosidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Wachtberg-Oberbachem


(xxl-Foto)
Weibchen
06.07.2012

(xxl-Foto)
Weibchen
06.07.2012

(xxl-Foto)
Weibchen mit Kokon
06.07.2012
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Vorderkörper: gelbbraun bis rotbraun, mit dünnem dunklem Randsaum; vorderer Kopfbereich und Cheliceren etwas dunkler; mit dicken kurzen Härchen überzogen; Sternum wie restlicher Vorderkörper gefärbt, zu den Rändern hin etwas dunkler werdend

Hinterleib: graubraun, wie Vorkörper mit dicken kurzen Härchen überzogen, manchmal mit schwach erkennbaren etwas dunklerem Mal im vorderen Bereich

Beine: wie Vorderkörper gefärbt; meist auf der Unterseite etwas heller

Körperlänge: Männchen: 6-13 mm; Weibchen: 9-15 mm

Ähnliche Arten: Drassodes cupreus ist Drassodes lapidosus zum Verwechseln ähnlich. Bei diesen beiden Arten bestehen seit einiger Zeit sogar Zweifel, ob es sich um zwei verschiedene Arten handelt (BOLZERN & HÄNGGI 2006).
Eine weitere Verwechslungsart zu D. lapidosus ist D. pubescens. Diese Art ist aber deutlich kleiner und meist etwas heller.

Lebensraum
Drassodes lapidosus besiedelt eine Vielzahl verschiedener Lebensräume. Man kann sie auf trockenen Standorten wie Magerrasen und (Halb-) Trockenrasen, Zwergstrauchheiden und Wacholderheiden, Küstendünen, Steinbrüche oder trockenen Ruderalfluren finden. Aber auch in Mooren, Sümpfen sowie auf Feucht- und Frischwiesen ist Drassodes lapidosus anzutreffen. Darüber hinaus kommt sie in lichten trockenen Nadel- und Laubwäldern, in Gebüschen und auch vereinzelt in Gärten und Häusern vor. Gemieden werden hingegen intensiv genutzte Grünlandflächen und Äcker sowie dichte und dunkle Wälder.
Sie ist vom Flachland bis ins Hochgebirge zu finden.

Biologie und Lebensweise
Drassodes lapidosus lebt unter Steinen, liegendem Totholz und vereinzelt unter loser Rinde, wo sie ein Seidengespinst baut, in dem sie tagsüber wohnt. Das Männchen baut sein Gespinst in der Nähe eines kurz vor der letzten Häutung stehenden Weibchen, manchmal kann man ein Männchen auch zusammen mit einem jungen Weibchen in einem Gespinst antreffen. In dem Gespinst findet dann auch die Paarung statt. Anschließend wird dort dann der Eikokon gebaut. Als nachtaktiver Jäger verlässt Drassodes lapidosus nachts das Gespinst, um auf Beutefang zu gehen.

Adulte Männchen findet man von April bis August mit einer Hauptaktivitätsphase im Juni, adulte Weibchen sind darüber hinaus bis in den Oktober zu finden. Vereinzelte Tiere sind zudem das ganze Jahr über anzutreffen.
Vereinzelt kann es dazu kommen, dass Drassodes lapidosus, wenn sie bedrängt wird, auch Menschen beißt. Doch ist der Biss ungefährlich und erzeugt lediglich eine Hautrötung.

Nahrung
Insekten und Spinnen

Verbreitung in D/Welt
Drassodes lapidosus ist paläarktisch verbreitet. Sie kommt in ganz Europa und Asien vor. Darüber hinaus erstreckt sich ihre Verbreitung auch auf Nordafrika, die Kanarischen Inseln und Madeira.
In Deutschland ist Drassodes lapidosus in den Mittelgebirgen weit verbreitet und recht häufig. Im Norddeutschen Flachland hingegen ist sie seltener zu finden.
Eine deutschlandweite Karte der bisherigen Fundpunkte von Drassodes lapidosus finden Sie hier:
Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Drassodes lapidosus ist über ganz NRW verbreitet und in geeigneten Habitaten relativ häufig.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

BOLZERN, A. & A. HÄNGGI (2006): Drassodes lapidosus und Drassodes cupreus (Araneae: Gnaphosidae) - eine unendliche Geschichte. - Arachnol. Mitt. 31: 16-22.

British Arachnological Society (2013): wiki.britishspiders.org: The Checklist of British Spiders

British Arachnological Society (2013): britishspiders.org: Spider and Harvestman Recording Scheme website. Summary for Drassodes lapidosus (Araneae).

GRIMM, U. (1985): Die Gnaphosidae Mitteleuropas (Arachnida, Araneae). Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg, N. F., 26, Hamburg 1985, 318 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1-460.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinneführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.

Spinnen-Forum Wiki (2013): wiki.eu-arachnida.de: Drassodes lapidosus

Tierdoku.com (2013): tierdoku.com: Drassodes lapidosus


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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