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Rostrote Winkelspinne - Malthonica ferruginea (PANZER, 1804)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Trichterspinnen (Agelenidae)
Synonym: Tegenaria ferruginea

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Wachtberg-Ließem bei Bonn


(xxl-Foto)
Weibchen
11.07.2010

(xxl-Foto)
Weibchen
11.07.2010
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich

(xxl-Foto)
Weibchen
11.07.2010

(xxl-Foto)
Weibchen
11.07.2010
 
Besondere Merkmale
Vorderkörper: gelbbraun bis manchmal rötlich gelbbraun mit zwei breiten dunklen Längsbändern beiderseits des hellen Mittelbandes und schmalen dunklen Seitenränder, die mehr oder weniger ausladende Ausbuchtungen auf weisen; Sternum braun mit hellem spitz auslaufendem, zweimal eingeschnürtem Mittelband und je 4 verschieden großen hellen Punkten an den Rändern



Das Sternum von Malthonica ferruginea (Foto: © Nicolaj Klapkarek)


Hinterleib: dunkelbraun mit rotbraunem bis rötlichem und gezacktem Mittelband, das im vorderen Bereich von großen länglichen gelbbraunen Flecken und im hinteren Teil von kleinen gelbbraunen Punkten gesäumt ist

Beine: gelbbraun und dunkel geringelt

Körperlänge: Männchen: 9-11 mm; Weibchen: 11-14 mm


Ähnliche Arten:
Waldwinkelspinne (Malthonica silvestris): kleiner und das Mittelband des Hinterleibs ist nicht rötlich sondern gelbbraun



Malthonica silvestris (Foto: © Nicolaj Klapkarek, xxl-Foto)


Tegenaria parietina ist ähnlich gefärbt aber deutlich größer und hat sehr lange Beine.

Lebensraum
Die Rostrote Winkelspinne lebt vor allem in und in der Nähe von Gebäuden (= synanthropisch = Bezeichnung für die enge Bindung von Organismen an den Menschen und die durch seinen Einfluß veränderte Umgebung), in Schuppen sowie an Mauern, Haus- und Felswänden. Vereinzelt ist sie auch in Laubwäldern zu finden.

Biologie und Lebensweise
Malthonica ferruginea lebt vor allem in Mauerlöchern, in Hohlräumen an und in Gebäuden und Schuppen sowie in Felsspalten. Zudem ist sie in Hohlräumen von Totholz und zwischen Baumwurzeln, unter loser Borke abgestorbener Bäume sowie unter Steinen zu finden.
Sie baut ein relativ großes ausladendes Trichternetz mit einer Röhre am unteren Ende und einem unregelmäßigen Gespinst oberhalb der Netzdecke, in das sich Beute verfängt und dann auf die Netzdecke fällt. In diesem Fall verlässt Malthonica ferruginea die Röhre, läuft flink zur Beute und überwältigt sie mit einem Giftbiss. Vor der Paarung nähert sich das Männchen um das Weibchen zu stimulieren und zu beschwichtigen mit heftigen Bewegungen des Tasters und des Hinterleibs. Während der mehrere Stunden dauernden Paarung führt das Männchen mehrfach seinen Taster mit dem vorher in den Tastern gesammelten Sperma in die Geschlechtsöffnung des Weibchens und begattet es.
Das Weibchen produziert später einen flachen Eikokon, der an ihrem Trichternetz angeheftet und bewacht wird, bis die Jungspinnen schlüpfen. Die Weibchen werden mehrere Jahre alt.
Adulte Weibchen findet man ganzjährig, adulte Männchen hingegen nur von Mai bis Oktober.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Malthonica ferruginea ist über ganz Europa verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach West-Sibirien. Des Weiteren kommt sie auch auf den Azoren vor. In Deutschland ist sie weit verbreitet und relativ häufig anzutreffen. Das deutschlandweite Verbreitungsmuster der Rostroten Winkelspinne finden Sie hier:
Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Die Rostrote Winkelspinne ist über ganz NRW verbreitet und relativ häufig.

Benutzte Literatur
DAHL, M (1931): Spinnentiere oder Arachnoidea, VI: Familie Agelenidae. Tierwelt Deutschlands 23: 1-136.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1-460.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

Im Internet:
MURPHY, J. (2006): World Distribution Map - Malthonica ferruginea.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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