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Trauerwolfspinne - Pardosa lugubris s. l. (WALCKENAER, 1802)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Niederbachem (NSG Rodderberg)



(xl-Foto)

Weibchen


(xl-Foto)

Weibchen
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xl-Ansicht möglich


(xl-Foto)

Männchen
   
Besondere Merkmale
Vorderkörper: dunkelrotbraun bis dunkelbraun mit einem hellen, breiten sich nach hinten leicht verschmälerndem Mittelband. Die Seitenbänder sind vorhanden, können mitunter aber mehr oder weniger schwach ausgebildet sein. Beim Männchen fehlen sie oft. Voll ausgeprägt bestehen sie aus zwei Linien, die äußere durchgängig, die innere unterbrochen. Das Sternum ist rotbraun bis schwarz gefärbt.

Hinterleib: rotbraun bis braun mit einem für viele Vertreter der Gattung Pardosa typischen gelbbraunen verwaschenem Muster.

Beine: Beim Weibchen sind alle Glieder bis zum Metatarsus (vorletztes vom Körper aus gesehen) geringelt, wobei die Ringelung manchmal beim Metatarsus fehlen kann. Der Tarsus (letztes Giled vom Körper aus gesehen) ist in aller Regel nicht geringelt. Beim Männchen sind die Femora bis auf einen kleinen Teil am Ende dunkelbraun bis schwarz. Der Rest ist gelbbraun bis braun.

Ähnliche Arten: Seit einigen Jahren wird die Wolfspinnen-Art Pardosa lugubris in mehrere Arten unterteilt. Zu der so genannten Pardosa lugubris-Gruppe gehören u.a. die in Deutschland heimischen P. baehrorum, P. saltans, P. alacris und P. lugubris. Die Männchen dieser Arten sind nur genitalmorphologisch zu unterscheiden, die Weibchen sind auch morphologisch nicht sicher von einander zu trennen. Die Arten unterscheiden sich vor allem aufgrund ihres Balzverhaltens.
Während P. baehrorum bisher nur sehr selten in Deutschland nachgewiesen wurde, sind die anderen Arten weit verbreitet. Wobei wahrscheinlich P. lugubris die häufigste der genannten Arten ist.

Körperlänge: Männchen: 4-5 mm; Weibchen: 5-6 mm

Lebensraum
Die Trauerwolfspinne besiedelt ein breites Spektrum an Biotoptypen. Sie ist besonders häufig in Wäldern unterschiedlichster Ausprägung zu finden. In nicht zu trockenen und zu nassen Wäldern gehört sie zu den dominanten Arten. Daneben findet man sie auch in verschiedenen Biotoptypen des Offenlandes, wie beispielsweise an Waldrändern, Magerrasen, Heiden, Brachen oder Ruderalstandorten. Dort ist sie aber meist nicht zu den dominanten Arten zu zählen.

Biologie und Lebensweise
Die Trauerwolfspinne baut, wie es für die allermeisten Wolfspinnen üblich ist, weder Fangnetze noch aus Gespinsten bestehende Schlupfwinkel. Sie ist ein bodenlaufender Jäger, der seine Beute mit Hilfe des gut ausgebildeten Gesichtssinns aufspürt und dann blitzschnell greift. Vor allem im Frühjahr kann man sie an warmen Tagen in den Wäldern zu Hunderten über die Laubstreu laufen sehen.
Der Eikokon wird nach Wolfspinnenart an die Spinnwarzen geheftet und solange vom Weibchen herumgetragen bis die Jungspinnen schlüpfen. Anschließend krabbeln diese auf den Hinterleib und verbleiben dort bis zur ersten Häutung (einige Tage). Sie werden nicht vom Weibchen gefüttert und scheinen auch anderweitig keine Nahrung aufzunehmen.

Adult: (März) April bis September.

Nahrung
Bodenlaufende Insekten

Verbreitung in D/Welt
In Deutschland weit verbreitet und häufig. Die Trauerwolfspinne ist wahrscheinlich die häufigste Wolfspinne in Deutschland. Ein genaues Verbreitungsmuster finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
In ganz NRW weit verbreitet und häufig.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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