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Umherstreifende Wolfspinne - Pardosa prativaga (L. KOCH, 1870)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek
Letzte Änderung: 18.09.2012


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)

Synonym:

Lycosa pratviaga

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Wachtberg-Ließem



(xxl-Foto)

Männchen
17.05.2012


(xxl-Foto)

Männchen
17.05.2012
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xxl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale

Vorderkörper: Dunkelbraun; helle Seitenbänder durchgängig oder in 2 oder 3 Segmente unterbrochen (an lebenden Exemplaren oft schwer zu erkennen), Seitenrand mit schmalem weißen Härchen-Band gesäumt; helles Mittelband nur im hinteren Teil deutlich, nach vorne undeutlicher werdend; Sternum braun, mitunter zentraler heller Fleck vorhanden

Hinterleib: Dunkel(rot)braun mit hellem Herzmal sowie gattungstypischer Zeichnung aus schwarzen Flecken oder Strichen und hellen seitlichen Punktreihen; beim Männchen meist deutlicher ausgeprägt als beim Weibchen

Beine: Ein besonders charakteristisches Merkmal sind die bei beiden Geschlechtern deutlich hell-dunkel geringelten Beine.

Körperlänge: Männchen: 4-5 mm; Weibchen: 4,5-6 mm

Ähnliche Arten: Die größte Verwechslungsart von Pardosa prativaga ist Pardosa pullata. Die Verwechslungsgefahr ist groß, da beide Pardosa-Arten ähnliche Lebensräume besiedeln. Bei Pardosa pullata fehlen jedoch meist die deutlich geringelten Beine. Zudem ist die Zeichnung von Vorderkörper und Hinterleib meist undeutlicher ausgeprägt als bei Pardosa prativaga.
In Gefangenschaft konnten Kopulationen zwischen beiden Arten beobachtet werden, die bisweilen sogar fertile (= fruchtbare) Nachkommen hervorgebracht haben. Solche Kreuzungen kommen möglicherweise auch in der Natur vor, was zumindest das Vorkommen von Exemplaren mit Geschlechtsorganen der einen Art und dem Aussehen der anderen Art erklären würde.

Lebensraum
Pardosa prativaga ist eine euryöke Art des Offenlandes. Sie bewohnt vor allem feuchte bis frische Standorte wie Frisch- und Feuchtwiesen, Niedermoore und Sümpfe sowie Ufervegetation und Salzwiesen. Darüber hinaus ist sie auch häufig auf Ruderalstandorten und Äckern sowie in Gärten und Weinbergen anzutreffen. Gemieden werden hingegen zu trockene Standorte wie Trockenrasen, trockene Ruderalfluren oder Heiden.

Biologie und Lebensweise
Pardosa prativaga lebt auf dem Boden und in der Grasstreu, wo sie als Jäger aktiv auf Beutefang geht. Üblicherweise werden Beutefang-Netze bei allen Wolfspinnenarten nicht gebaut. Die Brutpflege findet wie bei allen Wolfspinnen typischerweise folgendermaßen statt: Zunächst wird der Eikokon vom Weibchen an die Spinnwarzen geheftet und wird danach stets mit herumgetragen. Nach dem Schlüpfen klettern die Jungspinnen auf den Hinterleib des Weibchens und verbleiben dort noch ein Weile.
Adulte Tiere findet man von April bis September.

Nahrung
Insekten

Verbreitung in D/Welt
Pardosa prativaga ist über ganz Europa verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Russland. In Deutschland ist Pardosa prativaga weit verbreitet und häufig.

Die bisher bekannten deutschlandweiten Fundpunkte von Pardosa prativaga finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands.

Verbreitung in NRW
In NRW ist Pardosa prativaga im Tiefland weit verbreitet und häufig. Im Bergland hingegen scheint sie seltener vorzukommen.

Benutzte Literatur
DAHL, F. & M. (1927): Spinnentiere oder Arachnoidea II: Lycosidae s. lat. (Wolfsspinnen im weiteren Sinne). In F. DAHL (Hrsg.): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile 5. Teil. - G. Fischer, Jena, 80 S.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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