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Waldwolfspinne - Xerolycosa nemoralis (WESTRING, 1861)
Artenprofil von Nicolaj Klapkarek


Systematische Einordnung

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Familie: Wolfspinnen (Lycosidae)

Fotos (© Nicolaj Klapkarek)
Troisdorf (NSG Wahner Heide)


(xl-Foto)
Weibchen
12.05.2006

(xl-Foto)
Weibchen
12.05.2006
 
Klick auf die kleinen Bilder oder xl-Ansicht möglich
     
Besondere Merkmale
Vorderkörper: Der Vorderkörper ist braun bis schwarz und weist ein breites helles Mittelband auf, dessen Seiten parallel verlaufen. Die Seitenbänder werden von dicht stehenden weißen Härchen gebildet. Der Vorderkörper ist mit hellen Härchen mehr oder weniger stark überzogen, die manchmal (bis auf Mittel- und Seitenband) auch fast fehlen können. Das Sternum ist dunkel braun bis schwarz.


Das Bild zeigt den Vorderkörper und deutlich die geraden Seiten des Mittelbandes (© N. Klapkarek).


Hinterleib: Typisches wenn auch nicht sehr deutliches Muster, mit einem dunklen Fleck in der Herzgegend und 2 Reihen weißer Punkte etwa von der Mitte des Hinterleibs nach hinten verlaufend.

Beine: Beim Weibchen braun mit dunkleren Flecken, die sich manchmal zu einer Ringelung ausweiten. Die Beine sind teilweise mit hellen (grauen) Härchen überzogen. Beim Männchen sind die Beine ähnlich wie bei den Weibchen, erscheinen allerdings meist etwas dunkler, insbesondere die Femora.

Ähnliche Arten: Xerolycosa nemoralis kann leicht mit X. miniata verwechselt werden. Neben geschlechtsmorphologischen Merkmalen können die beiden Arten auch anhand des Mittelbands auf dem Vorderkörper unterschieden werden. Bei X. nemoralis ist dies parallelseitig ohne Einbuchtung, bei X. miniata ist das Mittelband in der Mitte deutlich eingebuchtet.
Daneben kann X. nemoralis auch mit Pardosa lugubris s.l. und mit einigen Alopecosa-Arten verwechselt werden, die ebenfalls ein ähnliches Mittelband auf dem Vorderkörper aufweisen wie X. nemoralis. Bei Pardosa lugubris s.l. hilft zum einen die Form des Kopfes. Bei X. nemoralis fallen die Seiten nicht so steil ab wie bei P. lugubris s.l. (typisch für die Gattung Pardosa). Des Weiteren verengt sich das Mittelband bei P. lugubris s.l. nach hinten, während es bei X. nemoralis parallelseitig ist (siehe Detail-Foto oben). Ein weiteres Merkmal sind die 2 Zähne am inneren Rand der Cheliceren, Pardosa besitzt hier 3 (nur unter einer starken Lupe zu erkennen).
Im Gegensatz zu X. nemoralis sind Alopecosa-Arten (z.B. A. pulverulenta) größer und weisen eine deutlichere und andere Hinterleibszeichnung auf.

Körperlänge: Männchen: 4,5-6 mm; Weibchen: 4,5-7 mm

Lebensraum
Xerolycosa nemoralis bewohnt ein breites Spektrum an Biotoptypen warmer, trockener Standorte. Bevorzugt ist sie in trockenwarmen, lichten Waldtypen zu finden. Zudem kann sie auch auf Magerrasen und Sandtrockenrasen, in Heiden, auf trockenen Brachflächen und Ruderalstandorten sowie an Waldrändern häufig angetroffen werden. Vereinzelt tritt sie ebenfalls in abgetorften trockenen Mooren auf.

Biologie und Lebensweise
Die Waldwolfspinne lebt auf dem Boden, wo sie geschickt und flink umherläuft.
Adulte Exemplare können von Mai bis August angetroffen werden.

Nahrung
Bodenlaufende Insekten

Verbreitung in D/Welt
Über ganz Deutschland verbreitet, wobei sie in Norddeutschland seltener wird. Das deutschlandweite Verbreitungsmuster der Waldwolfspinne finden Sie hier: Arachnologische Gesellschaft e. V.: Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Verbreitung in NRW
Xerolycosa nemoralis ist zwar über ganz NRW verbreitet, tritt aber nur lokal (auf geeigneten Standorten) häufig auf. Im Bergland ist sie seltener anzutreffen.

Benutzte Literatur
BELLMANN, H. (1984): Spinnen. Beobachten, bestimmen. Neumann-Neudamm. Melsungen, Berlin, Basel, Wien. 160 S.

HEIMER, S. & NENTWIG, W. (1991): Spinnen Mitteleuropas. Verlag Paul Parey. Berlin, Hamburg. 543 S.

JONES, D. (1987): Der Kosmos-Spinnenführer. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. 3. Auflage. 320 S.

SAUER, F. & WUNDERLICH, J. (1991): Die schönsten Spinnen Europas. Fauna-Verlag. Karlsfeld. 4. Auflage. 202 S.

LOCKET, G. H. & MILLIDGE, A. F. (1951): British Spiders. Vol. I und Vol. II. Ray Society. London 310 und 449 S.

HÄNGGI, A. et al. (1995): Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen. Charakterisierung der Lebensräume der häufigsten Spinnenarten Mitteleuropas und der mit diesen vergesellschafteten Arten. Misc. Faunistica Helvetiae 4, 1 -460.

FOELIX, R. F. (1992): Biologie der Spinnen. Thieme Verlag. Stuttgart. 331 S.


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Weitere Informationen zu Spinnen (Arachnida) im Internet

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Nachweiskarten der Spinnentiere Deutschlands

Arachnologische Gesellschaft e. V. - Checklisten, Publikationen, Links...

Spinnen Mitteleuropas - Bestimmungsschlüssel in deutsch, englisch und slowenisch

Museum Koenig: Bilderbestimmungsschlüssel mit extremen Makroaufnahmen (auf englisch)


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