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| Austernfischer - Haematopus ostralegus (LINNAEUS, 1758) |
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Artenprofil von Axel Steiner |
Systematische Einordnung
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| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
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| Klasse: | Vögel (Aves)
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| Ordnung: | Wat-, Alken- und Möwenvögel (Charadriiformes)
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| Familie: | Austernfischer (Haematopodidae)
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Fotos (© Kirstin Meyer)
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Münster (Rieselfelder)
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 (xxl-Foto) 06.2008 |
 (xxl-Foto) 06.2008 |
 (xxl-Foto) 06.2008 |
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| Besondere Merkmale |
Prachtkleid: Recht große, kräftig gebaute Watvögel mit langem, pinzettenartigen (seitlich zusammengedrückten), leuchtend rotem Schnabel und roten Beinen bei kontrastreich schwarz-weißem Gefieder. Kopf, Brust und Oberseite schwarz; Unterkörper rein weiß; breite, weiße Flügelbinde; weißer Bürzel; schwarz-weißer Schwanz; Auge rot.
Schlichtkleid & Jungvögel: Mit weißem Kehlband auf schwarzem Untergrund, das sich bis zu den Halsseiten hinzieht. Jungvögel mit dunkler Schnabelspitze, fleischfarbenen Beinen und dunkelbraunen Augen.
Rufe: Sehr laute, weit hörbare, schrille und durchdringendes "Keliip", das mehrfach wiederholt wird.
Flug: Kräftiger Flug mit schnellem und flachem Flügelschlag
Das komplette Federkleid des Austernfischers können Sie sich hier anschauen: www.vogelfedern.de
Körperlänge: 40-47,5 cm
Flügelspannweite: 80-86 cm
Gewicht: Männchen: 425-805 g, Weibchen: 445-820 g
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| Lebensraum |
Der bevorzugte Lebensraum des Austernfischers in Deutschland liegt entlang der Nord- und Ostseeküsten an Dünen und im Wattenmeer. Im Binnenland kommt er deutlich seltener vor. In NRW werden von ihm vegetationsarme Kies- und Sandstrände am Rhein, an Altrheinarmen, Kies- und Baggerseen besiedelt. Gelegentlich findet man Austernfischer auch auf Äckern und Feldern.
Austernfischer im Reeserward/Niederrhein (© Axel Steiner, xxl-Foto)
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| Biologie und Lebensweise |
Gesellige Vögel, die gerne in Gruppen auftreten. Die Pärchen binden sich meist dauerhaft aneinander. Bis zu 20 Jahre monogame Partnerschaft sind belegt.
Im Frühjahr kann man sogenannte "Trillerturniere" beobachten, bei denen die Männchen mit vorgestrecktem Hals und nach unten gerichteten Schnabel laut trillern.
Die Daten zu Nest, Eiern und Jungvögeln sind weitgehend HARRISON (1975) entnommen:
Nest: Der Nistplatz befindet sich oft leicht erhöht in Dünen, Wiesen, auf Kiesbänken oder zwischen Felsen. Das Nest besteht aus einer flachen, meist ungepolsterten Bodensenke.
Eier: (2-)3(-5) spindelförmige bis ovale, glatte, gelbliche Eier mit graulichen oder rostbräunlichen Tönungen und meist auffällig bräunlichschwarz getupft, gekleckst oder unregelmäßig gekritzelt. Größe: 56,3 x 39,9 mm; Gewicht: ca. 46 g
Brutdauer/Brutpflege: 1 Jahresbrut von April bis Juli, 24-27(-35) Tage Brutdauer, beide Partner brüten
Nestlingsdauer: Die Jungvögel sind Nestflüchter, werden aber von den Elterntieren bis nach dem Flüggewerden gefüttert. Mit 34-37 Tagen sind die Jungvögel selbständig. Bei Gefahr kauern sich die gut getarnten Vögel regungslos nieder.
Austernfischer werden erst mit 3-5 Lebensjahren geschlechtsreif, können aber belegter Weise bis 35 Jahre alt werden.
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| Nahrung |
Mit dem kräftigen Schnabel stochern Austernfischer in weichem Substrat nach Nahrung. Gefundene Muscheln werden dann mit hämmernden Bewegungen aufgeklopft. Zur Nahrung gehören ferner Schnecken, Ringelwürmer und Regenwürmer, Krebstiere, Stachelhäuter und Insekten/-larven.
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| Verbreitung in D/Welt |
Austernfischer (engl. = Oystercatcher)
Verbreitet von NW- und M-Europa über Vorderasien und O-Europa bis Zentralsibirien. Der Brutbestand in Deutschland (meist an den Küsten) beträgt ca. 31.000-36.000 Brutpaare (BAUER, H.-G.; E. BEZZEL; W. FIEDLER, 2005).
Weltweite Verbreitungskarte des Austernfischers bei Avibase.
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| Verbreitung in NRW |
Am unteren Niederrhein (Bienen, Bislicher Insel) ist der Austernfischer bereits seit 1950 regelmäßiger Brutvogel. In NRW kann von einem derzeitigen Bestand von 100-200 Brutpaaren ausgegangen werden. Erfreulicherweise ist eine weitere Ausbreitungstendenz auch abseits des Rheins feststellbar. Viele Tieren werden wohl aus den Niederlanden (> 100.000 Brutpaare) nachrücken (WINK, M.; C. DIETZEN & B. GIEßING, 2005). Im Winter bleiben die Austerfischer in Rheinnähe weitgehend in ihren Brutgebieten, während rheinferne Brutplätze geräumt werden.
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| Benutzte Literatur |
BOYER, T. & J. GOODERS (1991): Taschenführer Enten. Natur Verlag, Augsburg. 143 S.
BAUER, H.-G.; E. BEZZEL; W. FIEDLER (2005): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Band 1. Nonpasseriformes - Nichtsperlingsvögel. AULA-Verlag, Wiebelsheim. 808 S.
COUZENS, D. (2006): Der große Vogelatlas. Alle europäischen Arten. Eugen Ulmer KG, Stuttgart. 336 S.
HARRISON, C. (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens: ein Naturführer z. Fortpflanzungsbiologie. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 435 S.
JONSSON, L. (1999): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Franckh-Kosmos Verlag. 559 S.
LIMBRUNNER, A; E. BEZZEL; K. RICHARZ & D. SINGER (2001/2007): Enzyklopädie der Brutvögel Europas. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart. Einbändige Sonderausgabe des 2001 erschienenen Doppelbandes. 860 S.
NICOLAI, JÜRGEN (1982): Fotoatlas der Vögel. Gräfe und Unzer GmbH, München. 300 S.
PETERSON, R. (1985): Die Vögel Europas: ein Taschenbuch für Ornithologen und Naturfreunde über alle in Europa lebenden Vögel. 14., verbesserte Aufl. Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin. 535 S.
RHEINWALD, G. & M. SCHMITZ (2007): Vögel zwischen Rhein und Weser. So wird Vogelbeobachtung zum Erlebnis. Ginster-Verlag, St. Katharinen, 344 S.
WINK, M.; C. DIETZEN & B. GIEßING (2005): Die Vögel des Rheinlandes. Ein Atlas der Brut und Wintervogelverbreitung 1990-2000. Beiträge zur Avifauna Nordrhein-Westfalens, Bd. 36. Bonn.
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| Weitere Informationen zu Vögeln (Aves) im Internet |
Avibase: Umfangreiches Datenbank-Informations-System über alle Vögel der Welt. Sie enthält nahezu 2 Million Aufzeichnungen über 10.000 Spezies und 22.000 Subspezies von Vögeln, einschließlich Verbreitungs-Informationen, Taxonomie, Synonyme in mehreren Sprachen und anderes.
birdnet.de: Das Deutsche Forum zum Thema Vögel. Aktuelles, Forum, Fotos, Archiv...
Zur Linkliste weiterer interessanter Vogel-Internetseiten auf www.natur-in-nrw.de
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