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| Kleiber (Vogel des Jahres 2006) - Sitta europaea (LINNAEUS, 1758) |
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Artenprofil von Axel Steiner |
Systematische Einordnung
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| Stamm: | Wirbeltiere (Vertebrata)
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| Klasse: | Vögel (Aves)
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| Ordnung: | Sperlingsvögel (Passeriformes)
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| Familie: | Kleiber (Sittidae)
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Fotos (© Kirstin Meyer (1, 4), Axel Steiner (2-3, 5-6))
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Herten (1, 4), Breckerfeld (2-3, 5-6)
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 (xxl-Foto) 01.2007 |
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| Klick auf die kleinen Bilder oder xl/xxl-Ansicht möglich |
 (xxl-Foto) 02.2006 |
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| Besondere Merkmale |
Aufgrund seiner kompakten Gestalt, dem relativ großen Kopf, dem blaugrauen Obergefieder und dem schwarzen Augenstreif von den Schultern bis zum langen spitzen Schnabel ist der Kleiber unverwechselbar. Der Vogel des Jahres 2006, der gerade einmal 19-24 g wiegt, ist zudem der einzige Vogel Europas, der mit dem Kopf voran an Baumstämmen nach unten klettern kann. Dabei helfen ihm die ausgesprochen kräftigen und großen Füße/Krallen.
Vom Kleiber gibt es einige ähnliche Unterarten (insgesamt 17):
Sitta europaea caesia, die mitteleuropäische Unterart (also auch die in NRW anzutreffende) erkennt man daran, dass die gesamte Unterseite überwiegend hell rostfarben sind. Beim Männchen sind die hinteren Flanken scharf abgegrenzt kastanienbraun.
Weitere Unterarten, die aber wohl nicht in NRW angetroffen werden können:
Sitta europaea europaea lebt im Nordosten (Skandinavien) und zeichnet sich dadurch aus, das nur die Flanken und die Unterschwanzdecken rostfarben gefärbt sind.
Sitta europaea asiatica: Die Sibirische Unterart hat einen kürzeren Schnabel und Schwanz, eine weißere Unter- und eine dunkler graue Oberseite, sowie einen weißen Überaugenstreif, der sehr selten auch bei unserer Unterart zu beobachten ist.
Das komplette Federkleid des Kleibers können Sie sich hier anschauen: www.vogelfedern.de
Körperlänge: 12-15 cm
Gewicht: 19-24 g
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| Lebensraum |
Der kontinentaleuropäische Kleiber bewohnt größere Bäume in Laubmischwäldern, Parks, Friedhöfen (die Fotos entstanden auf dem Friedhof) und Gärten. Alte Eichen werden bevorzugt ausgewählt. Die Wahl zum Vogel des Jahres wird damit begründet, dass der Kleiber, der in seinem Bestand nicht gefährdet ist, ältere Bäume benötigt, in denen er nisten kann. Somit kann man die Wahl als einen Appell an eine nachhaltige Forstwirtschaft betrachten.
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| Biologie und Lebensweise |
Seinen Namen verdankt der Kleiber seiner Eigenart den Eingang der von ihm bewohnten Baumhöhlen mit Lehm (der pure Lehm wird ohne Zusätze lediglich festgeklopft) auf seine Größe (29-32 mm Durchmesser) zu verkleinern. Mit diesem Trick bleiben größere Feinde "außen vor". Die Kleiberhöhlen liegen durchschnittlich 10 bis 15 Meter (selten bis 30 m) über dem Erdboden. Der Kleiber ist nicht in der Lage eigene Baumhöhlen zu hämmern und ist deshalb auf vorhandene Höhlen, die von Spechten angelegt oder durch Fäulnis entstanden sind angewiesen. Die Baumhöhlen werden ab Ende Februar mit Knospenschuppen, getrocknetem Laub, Holzspänen und Rindenstückchen gut ausgepolstert. Dann kommt es zur Paarung, wobei für jedes Ei eine erneute Begattung erforderlich ist! Mitte April legt dann das Weibchen 5-8 weiße rotgepunktete Eier, die 15-18 Tage bebrütet werden. Nach dem Schlüpfen werden die Jungen in bis zu 15 Futterflügen/Stunde gefüttert. Im Alter von ca. 24 Tagen sind die Jungen flügge und verlassen die Nisthöhle. In der Regel wird nur eine Brut pro Jahr großgezogen. Kleiber können bis zu 7 Jahre alt werden (im Durchschnitt nur 2-3) und verbringen die Zeit in der Regel in Partnerschaft mit einem Weibchen.
Die Hauptfeinde der ausgewachsenen Kleiber sind Sperber, Waldkauz und Sperlingskauz. Die Bruthöhlen werden gelegentlich von Buntspechten und Baummardern ausgeplündert. Der Kleiber ist Standvogel, kann also auch im Winter bei uns angetroffen werden.
Den Gesang des Kleibers können Sie sich hier anhören: Vögel in Lützschena-Stahmeln.
Am Rande:
Im Volksmund wird der Kleiber oft als "Spechtmeise" betitelt. Es liegen jedoch keine verwandschaftlichen Beziehungen zu Meisen oder Spechten vor!
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| Nahrung |
Spinnen, Insekten (Eier, Larven, Adulte), Nüsse, Beeren und Samen, besucht im Winter auch Futterhäuser. Der Kleiber legt auch Futtervorräte an. Nüsse werden oft in der Baumrinde verankert und dann gespaltet, indem er mit seinem starken, spitzen Schnabel wie mit einem Beil auf sie einhackt. Im Wald wird man oft durch dieses Klopfen auf ihn aufmerksam.
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| Verbreitung in D/Welt |
Der Kleiber ist in ganz Deutschland anzutreffen. Nach Schätzungen gibt es derzeit etwa 600.000 bis 1,4 Millionen Brutpaare in Deutschland. Weltweite Verbreitungskarte des Kleibers (Avibase).
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| Verbreitung in NRW |
Der Kleiber ist in NRW nicht gefährdet und überall anzutreffen.
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| Benutzte Literatur |
JONSSON, LARS (1999): Die Vögel Europas und des Mittelmeerraumes. Franckh-Kosmos Verlag. 559 S.
NICOLAI, JÜRGEN (1982): Fotoatlas der Vögel. Gräfe und Unzer GmbH, München. 300 S.
Zur Buchliste weiterer interessanter Vogel-Bücher auf www.natur-in-nrw.de
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| Weitere Informationen zu Vögeln (Aves) im Internet |
Avibase: Umfangreiches Datenbank-Informations-System über alle Vögel der Welt. Sie enthält nahezu 2 Million Aufzeichnungen über 10.000 Spezies und 22.000 Subspezies von Vögeln, einschließlich Verbreitungs-Informationen, Taxonomie, Synonyme in mehreren Sprachen und anderes.
birdnet.de: Das Deutsche Forum zum Thema Vögel. Aktuelles, Forum, Fotos, Archiv...
NABU NRW: Langer Artikel zum Vogel des Jahres 2006 (Kleiber)
Zur Linkliste weiterer interessanter Vogel-Internetseiten auf www.natur-in-nrw.de
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